Helsinki – Design und Genuss – der krönende Abschluss

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Helsinki – Design und Genuss – der krönende Abschluss eines verlängerten Wochenendes. Es gibt zwei Dinge in Finnland an denen man nicht vorbeikommt. Das ist zum einen Johan Ludvig Runeberg und zum anderen die Liebe der Finnen für Qualität, Ästhetik, Funktionalität und das alles vereint sich im Thema Design.

Finnisches Design

Zuerst schauen wir mal auf das Thema Design und was das Ganze mit dem Thema Essen und Genuss zu tun hat.. Bei vielen Dingen war mir gar nicht bewusst, dass sie ihren Ursprung in Finnland haben. So zum Beispiel der „Arteks Hocker 60“ (der Name sagt dir vielleicht nichts, aber wenn du den Hocker siehst, erkennst du ihn garantiert) von Alvar Aalto. Das ist, für alle Bremer*innen, übrigens der Architekt, der das 65 Meter hohe Aalto- Hochhaus im Bremer Stadtteil Neue Vahr entworfen hat. Das Wohnhaus wurde zwischen 1959 und 1961 errichtet, ist heute eines der Bremer Wahrzeichen und steht sogar unter Denkmalschutz. Aalto und seine Frau Anio haben aber auch für das finnische Traditionsunternehmen iittala preisgekrönte Klassiker entworfen.

 Helsinki - Design und Genuss - der krönende Abschluss

Die Mumins, diese liebenswerten und zugleich erfrischend realistischsten Figuren stammen ebenfalls aus Finnland. Erfinderin ist die Schriftstellerin und Zeichnerin Tove Jansson. Sie finden sich in Kinderbüchern, Comics, Animationen und Franchise-Produkten, von Plüschfiguren bis hin zu Schulranzen wieder.

Und natürlich Marimekko, Für viele der Inbegriff von Design. Marimekkos leuchtend-bunte Drucke repräsentierten einst, als sie 1951 erstmals gezeigt wurden, einen neuartigen, frischen Kleidungs- und Dekorationsstil, der auch heute noch so wirkt.

Und wie schon erwähnt iittala  mit seinen klassisch zeitlosen Glasdesigns. Die Wurzeln von iittala reichen bis ins Jahr 1881 zurück. Die Glasfabrik wurde im gleichnamigen Dorf im Süden Finnlands gegründet. In den Anfangsjahren stellte Iittala geblasenes, gepresstes, poliertes, bemaltes und geätztes Glas her, das der Mode auf dem europäischen Kontinent nachempfunden war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Tischgeschirr noch mit einer Vielzahl von Ornamenten dekoriert. iittala vollzog als eines der ersten Unternehmen den Übergang von dekorativem zu funktionellen Tischgeschirr, ästhetisch ansprechenden Gebrauchsgegenständen, die durch modernes skandinavisches Design inspiriert werden.

Sogar die Fußgängerreflektoren wurden bereits 1955 von Arvi Lehti erfunden. Inzwischen gibt es diese reflektierende Halsbänder auch für Hunde.

Und wer hätte es gedacht, die Angry Birds, die mit mehr als einer Milliarde Downloads des gleichnamigen Videospiels von Rovio Entertainment, zu den imposantesten Mobile-App-Erfolgsgeschichten der Welt gehört.

Kuu – klassische finnische Küche

Diese Liebe zum klassischen Design spiegelt sich auch in vielen Cafés und Restaurants wieder. Die oft durch ihre Schlichtheit, die immer mit einer besonderen Art von Design und Gemütlichkeit verbunden ist, beeindrucken. So auch das Kuu, das kulinarische Highlight unserer Reise. Das Kuu , steht für klassische finnische Küche, modern interpretiert. Kuu, ein für finnische Verhältnisse erstaunlich kurzes Wort 🙂 bedeutet Mond. Kuu (im Stadtviertel Taka-Töölö), ein kleines aber feines Restaurant in Helsinki, mit einer herausragendem Küche.

Auf dem Tisch stehen, für das übliche Wasser,  iittala Gläser und es setzt sich über Küchenhandtücher, die als Servietten gefaltet waren bis zu der ausgefallen Beleuchtung über der Bar in vielen kleinen Details fort.

Die Speisekarte ist klein und lässt schon erahnen, dass hier mit frischen Produkten gekocht wird. Die Speisen aus regionalen, frischen, saisonalen Zutaten werden zudem noch sehr ansprechend präsentiert. Das Auge isst ja bekanntlich mit.

Kuu Helsinki - Design und Genuss - der krönende Abschluss

Als Vorspeise hatten wir eine grüne Spargelsuppe, die unglaublich fein und sämig und ein wirkliches Geschmackserlebnis Bei dem Hauptgang haben wir uns nicht für den Klassiker, das Rentierfleisch, sondern für den Fisch, einen Barsch, entschieden. Dieser war auf den Punkt gegart und durch die Beilagen – grüner Spargel, Kartoffeln, rote Zwiebeln und eine feine Sauce, perfekt abgerundet.

Kuu Helsinki - Design und Genuss - der krönende Abschluss

Wie üblich hätten wir den Nachtisch eigentlich nicht mehr gebraucht, aber er klang so verlockend, dass wir uns eine Portion zum krönenden Abschluss geteilt haben. Ein saftiger, super-schokoladig schmeckender Brownie mit einem Milchschokoladeneis und einer Karamelcreme.

Kuu Helsinki - Design und Genuss - der krönende Abschluss

Alkohol ist in Finnland grundsätzlich erheblich teurer als bei uns in Deutschland, für den Preis hätten wir bei uns die doppelte Menge bekommen, sprich dort waren es 0,1 l und bei uns hätte man 0,2 l bekommen. Das Essen dagegen hatte für finnische Verhältnisse ein absolut für die Qualität passendes Preis-Leistungsverhältnis. Kurz gesagt: das Kuu ist für einen schönen und genussvollen Abend sehr empfehlenswert.

Runeberg der finnische Dichter, der nur schwedisch sprach

Nun zu Johan Ludvig Runeberg. Er gilt als der Nationaldichter Finnlands und hat den Text zur finnischen Nationalhymne geschrieben. Spannender weise sprach er selbst kein Wort finnisch. Sondern nur schwedisch, was bis heute zweite Amtssprache ist. Der gute Herr Runeberg liebte es seine Nachmittage in Cafes zu verbringen. Da dies seiner sparsamen Frau mit der Zeit zu viel wurde, hat sie angefangen ihrem Gatten den Kuchen selbst zu backen. Heraus gekommen ist die heute, in Finnland, berühmte Runeberg Torte. Diese haben wir in Porvoo, der Stadt in der Runeberg 1877 verstorben ist, genossen. 

Café Helmi - Helsinki - Design und Genuss - der krönende Abschluss

Die beste Runeberg Torte und andere leckere Kuchenkreationen findest du im Café Helmi, dass alleine schon wegen der Einrichtung sehenswert ist. Beim Anblick der Runeberg Torte waren wir etwas enttäuscht, weil wir in Deutschland mit dem Begriff Torte etwas anderes verbinden. Es ist der kleine Kuchen vorne im Bild! Aber wenn man sich von dem Begriff löst, ist es ein feiner Kuchen. Die Altstadt von Porvoo war den Ausflug wert.

Runeberg Torte Helsinki - Design und Genuss - der krönende Abschluss


Neben dem Cafe Helmi lohnt sich auch noch der Besuch von Brunberg , dort wird seit 1871 Schokolade hergestellt. Viele der Schokolade waren ohne Zucker hergestellt, ich habe mir eine Tafel mit Pistazien mitgenommen, die köstlich geschmeckt hat. Die Auswahl ist groß und man darf die einzelnen Sorten probieren und kauft so nicht die Katze bzw. Schokolade im Sack :-).

Veganes oder vegetarisches Lunch

Zurück in Helsinki lohnt es sich zum Lunch bei OmNam  vorbeizuschauen. Es liegt sehr versteckt im Stadtteil Kamppi, in einem Hinterhof. Fast wären wir, trotz Google, daran vorbei gelaufen. Hier wird frisch und vegetarisch/vegan gekocht. Einfache Küche, die aber sehr ideenreich und schmackhaft daherkommt. Entscheidest du dich für die Tagessuppe ist ein Salat mit inbegriffen. Wir haben uns alle drei für die gebackene Süßkartoffel mit Lauch, weißen Bohnen und Cashewsauce entschieden. Sehr schmackhaft und sehr sättigend.

OmNam Helsinki - Design und Genuss - der krönende Abschluss

Wie du inzwischen weißt steht Wasser ja immer auf dem Tisch, aber hier gab es auch noch Tee und Kaffee, in beliebiger Menge, kostenfrei dazu. Dafür fand ich die 10 € für das Gericht nicht überteuert.

Einen letzten Tipp möchte ich dir noch mit auf den Weg geben. Wenn du in Helsinki bist schaue bei einer der Keisari-Filialen vorbei.  Dort bekommst du die besten Zimtschnecken der Stadt. Und auch die Kardamom-Schnecken sowie die Variante mit Pistazie solltest du probieren. Ein Gedicht! Sorry, die Kardamom-Schnecke war schneller aufgegessen als ich sie fotografieren konnte, deshalb blieb mir nur ein Bild von der Verpackung zu machen :-).

Helsinki - Design und Genuss - ein krönender Abschluss

So gestärkt kannst du dann die ganzen Sehenswürdigkeiten der Stadt genießen, angefangen von den kostenlosen Stadtführungen die an der Weißen Kirche beginnen, über verschiedenen Museen bis hin zu einer Fahrt mit der Fähre nach Suomenlinna.

Näkemiin 🙂

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