Gerste, nur eine Brauzutat fürs Bier?

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Gerste, nur eine Brauzutat fürs Bier? Diese Frage kann ich mit einem klaren NEIN beantworten. Wenn ich in der Schweiz zum Skifahren bin, ist die Bündner Graupensuppe nach wie vor mein Lieblingsgericht zum Mittagessen auf der Hütte. Hauptbestandteil sind hier die Gerstengraupen und Gerste ist also weit mehr als nur eine Brauzutat.

Leider ist dieses Getreide bei uns sehr in Vergessenheit geraten. Dabei ist es neben Weizen die vermutlich älteste Getreideart, die von uns Menschen angebaut und kultiviert wurde. Schon die alten Ägypter, Römer und Chinesen nutzten Gerste für Ihre Ernährung, die Griechen ernährten sich angeblich fast ausschließlich von Gerste. Bis heute ist sie nach Weizen, Reis und Mais weltweit die viertwichtigste Getreideart. In unseren Breiten ist sie vor allem noch als Brau-Gerste im Bier oder als Viehfutter bekannt.

Gerstengraupen

Gerste – geballte Inhaltsstoffe

Gerste ist sehr wertvoll für unsere Gesundheit. Nach der TCM ist die Temperaturwirkung von Gerste kühlend und erfrischend. Gerste hat die tolle Eigenschaft den Wasserhaushalt im Körper auszugleichen und die Schleimhäute im Magen-Darmbereich zu beruhigen. Durch ihre hitzeausleitende Wirkung nutzt die TCM Gerste auch zur Vorbeugung bzw. Verbesserung bei Hautkrankheiten, Neurodermitis oder Allergien. Außerdem tonisiert Gerste das Qi und wirkt blutaufbauend, ideal um “Burn-Out” vorzubeugen. Zudem stärkt Gerste das Bindegewebe und kräftigt Haare und Nägel. Westlich gesehen sind der hohe Eisen-, Zink- und Mangangehalt zu erwähnen und die ß-Glucane, die nachweislich den Cholesterinspiegel senken.

Du bekommst Gerste als Speisegerste, bekannter als Rollgerste oder Gerstengraupen. Diese Gerste wurde von den Spelzen befreit und ist dadurch bekömmlicher und besser verdaulich. Sie eignet sich hervorragend als Beilage, Suppen-Einlage oder als Gerstengrütze. Gerstenflocken findest du immer häufiger in Getreide- oder Müslimischungen im Biomarkt.

Gerste mehr als eine Biertzutat

Tsampa – Tibets National-Gericht

Eine spezielle Zubereitungsart ist der Tsampa, das traditionelle Getreidegericht Tibets. Dazu werden sonnen gereifte Gerstenkörner mit heißem Sand vermischt und über Feuer geröstet. Die Körner werden dann vom Sand gereinigt und gemahlen. Durch den Röstprozess werden Aromastoffe freigesetzt und Stärke abgebaut. Dadurch ist Tsampa sehr bekömmlich und eine ideale Zutat für schnelle Mahlzeiten. Tsampa-Mehl wird dann traditionell mit Yakbutter-Tee vermischt und ist eine überaus nahrhafte Mahlzeit.

Gerstenwasser – zum Fiebersenken

In Groß-Britannien wird Gerstenwasser – barley water –traditionell zum Senken von Fieber verwendet. An heißen Tagen, und die kommen ja auch wieder, ist es ein herrliches Erfrischungsgetränk. Dazu nimmst du 4 EL Gerste auf 2 Liter Wasser und köchelst alles für 45 Minuten. Den Sud abgießen und kühl stellen. Die Körner kannst du z. B. für einen Obstsalat mit Gerste verwenden. Das Gerstenwasser kannst du entweder kühl pur trinken oder mit etwas Fruchtsaft im Verhältnis 1:3 mischen. Möchtest du noch mehr bewegende/entstauende Wirkung erzielen, dann solltest du 3-4 Kardamomkapseln mitkochen.

Bündner Graupensuppe

Bündner Gerstensuppe

Das Rezept für die schon erwähnte Bündner Graupensuppe habe ich natürlich auch für dich, denn sie schmeckt nicht nur auf der Skihütte, sondern an Wintertagen auch zu Hause. Durch die wärmenden Gewürze wird die kühlende Wirkung der Gerste wunderbar ausgeglichen und so ist die Suppe auch für kalte Tage geeignet. Das Rezept ist eine vegetarische Variante der Suppe.

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