Sprossen ziehen – aus Mungobohnen, Linsen und Co Kraftpakete machen

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Nun kommt er doch, der Frühling. Zumindest versucht er sich durchzusetzen, nachdem in manchen Teilen Deutschlands über Ostern der Winter mit voller Wucht zurückgekehrt war. Frühling bedeutet auch, dass unsere Küche, unsere Kochweise nun wieder leichter und frischer wird. Und da gehören Sprossen für mich einfach mit dazu.

Es gibt Menschen für die gehört das Ziehen von Sprossen auf der heimischen Fensterbank schon seit ewigen Zeit zum Alltag. Für die meisten unter uns rückt das Keimen, das Ziehen von Sprossen aber erst in letzter Zeit mehr und mehr in den Fokus. Ich wurde schon häufiger gefragt, ob ich ein paar mehr Informationen über das Keim von Sprossen teilen könnte. Gerade im Frühjahr nehme ich so gut wie jeden Tag Sprossen in der einen oder anderen Form zu mir und verwende sie auch gerne in meinen Rezepten. Ich zeige dir heute wie einfach das Keimen ist und wie du aus Mungobohnen, Linsen und Getreide kleine, schmackhafte Kraftpakete machst.

Doch zuerst zu der Frage: Warum Sprossen überhaupt selber ziehen?

Neben den gesundheitlichen Gründen, zu denen du weiter unten noch etwas mehr erfährst, hat die Zucht von Keimsaaten aber noch weitere Vorteile. Solltest du Sprossen noch nie gegessen haben, dann greife gerne zum Testen erst einmal auf gekaufte Sprossen zurück. Findest du jedoch Geschmack an den kleinen Kraftpaketen, dann wird auf Dauer ist der eigene Anbau nicht nur deutlich günstiger, sondern auch gesünder.

Zum einen ist die Auswahl an Keim-Samen viel reichhaltiger als das Angebot der fertigen Sprossen. Zu anderen kannst du mit der Zeit deine eigenen Mischungen herstellen. Du kannst natürlich auch hier immer wieder auf fertige Mischungen zurückgreifen. UND ist es langfristig deutlich günstiger, denn aus einer Packung Keimsaaten erhältst du viel mehr Sprossen als aus den abgepackten Sprossen-Paketen im Supermarkt. Das schont nicht nur deinen Geldbeutel, sondern ist zudem gut für die Umwelt – Thema: weniger Plastik!

Deine selbst hergestellten Sprossen kannst du ernte-frisch genießen. Und du weißt ja, je kürzer die Zeit zwischen Ernte und Verzehr ist, desto mehr kann dein Körper von den wertvollen Inhaltsstoffen profitieren.  Die Auswahl an Keimsaaten ist sehr reichhaltig. Meine Favoriten beim Keimen sind Radieschen- und Alfalfasprossen, aber auch gekeimte Mungobohnen sind super, sowie Quinoa und gelegentlich nehme ich auch Brokkolisamen. 

Sprossen ziehen - aus Mungobohnen, Linsen und Co Kraftpakete machen
Alfalfa- sowie Mungobohnen- und Linsensprossen

Sprossen ziehen – aus Mungobohnen, Linsen und Co Kraftpaket machen

Vollgepackt mit mehr Protein und leichter verfügbaren Nährstoffen als ihre getrockneten Gegenstücke fügen gekeimte Hülsenfrüchte und Körner deiner Ernährung einen hervorragenden Vitalstoff-Schub hinzu. Sie sind, in gekeimtem Zustand, auch viel leichter zu verdauen. Das liegt daran, dass sie weniger Anti-Nährstoffe und Phytinsäure enthalten. Kleinere Hülsenfrüchte wie Mungobohnen, Erbsen, Adzukibohnen und Linsen kannst du sowohl roh als auch gekocht essen. Bohnen wie Soja-, Kidneybohnen oder Kichererbsen besser bekömmlich sind, wenn du sie nach dem Keimen zumindest kurz erwärmst.

Hülsenfrüchte keimen

Nimm 1/4 – 1/2 Tasse getrocknete Hülsenfrüchte. Ich liebe Mungobohnen und Linsen, aber auch Kichererbsen, Adzuki und andere Bohnen kannst du zum Keimen verwenden. Gib deine ausgewählte Hülsenfrucht (oder eine Hülsenfrucht-Mischung – hier auf die Keimzeit der unterschiedlichen Sorten achten!) zum Beispiel in ein Keimglas von bioSnacky, die gibt es schon für wenig Geld.

Versorgst du mehrere Personen mit den Sprossen oder möchtest mehrere Sorten gleichzeitig keimen, die jedoch unterschiedliche Keimdauer haben, dann lohnt sich die Anschaffung eines „Sprossengartens“ Weiche dann die Hülsenfrüchte über Nacht in (möglichst) gefiltertem Wasser ein. Am nächsten Tag gießt du das Wasser ab, spülst die Hülsenfrüchte nochmals gut durch und lässt das gesamte Wasser abtropfen. Stelle das Glas auf einen Teller und an einen hellen Ort jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Sprossen ziehen - aus Mungobohnen, Linsen und Co Kraftpaket machen
Mungobohnen- und Linsensprossen

Wichtig ist die Keimlinge jeden Tag zu spülen und gut abtropfen zu lassen. Schaue immer auf die Packungsanleitung, denn manche Sprossen sollten zweimal pro Tag gewässert werden. Nach 2-4 Tagen sind deine Sprossen schon fertig. Linsen und Mungobohnen keimen schnell, während andere Bohnen bis zu 4 Tage brauchen. 

Ein sehr wichtiger Tipp für DICH:

Um sicherzustellen, dass deine Sprossen trocken genug sind, um sie aufzubewahren, verteile sie auf einem sauberen Geschirrtuch und lasse sie 2-3 Stunden an der Luft trocknen. Dann kannst du sie in einen Glasbehälter geben, um sie im Kühlschrank aufzubewahren. So sind deine Sprossen bis zu einer Woche im Kühlschrank haltbar.

 

Probiere doch gleich einmal deine selbst gekeimten oder auch gekauften Sprossen in diesem lecker, leichten Frühlingssalat mit Sprossen oder auch in der frühlings-frischen
Rettich-Radieschen-Suppe mit schwarzem Sesam und Sprossen aus.

 

Die gekeimten Hülsenfrüchte kannst du roh in Salaten oder auf Suppen essen oder zum Beispiel in einem Currygericht mit kochen. Sojabohnen, Kidneybohnen- und Kichererbsen-Sprossen würde ich grundsätzlich mitkochen und bei einer empfindlichen oder geschwächten Verdauung rate ich Sprossen von Hülsenfrüchte nur in gekochter Form zu verzehren.

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Brokkolisprossen

Getreide keimen

Getreide bzw. Pseudogetreide wie Weizen, Dinkel, Quinoa und Buchweizen eignen sich ebenfalls sehr gut zum Keimen. Auch die Getreidekörner müssen vor dem Keimen über Nacht in, möglichst gefiltertem, Wasser eingeweicht werden. Füge dem Wasser einen Spritzer Apfelessig, Zitronensaft oder Molke hinzu, um die Verdaulichkeit noch weiter zu verbessern.

Ich lasse sie bei kühlerem Wetter über Nacht auf Fensterbank stehen. Im Sommer dagegen ist es am besten, die bedeckte Schüssel in den Kühlschrank zu stellen. Gib die eingeweichten Körner am nächsten Tag in ein feines Sieb (ich finde es leichter, eingeweichte Körner in ein Sieb zu geben, um sie zu keimen, anstatt sie wie bei Hülsenfrüchten in einem Glas zu belassen. Sie haben hier mehr Platz.  Dann stellst du das Sieb über eine Schüssel und deckst es mit einem Glasdeckel ab. Nun stellst du alles auf die Fensterbank zum Keimen.

Spüle die Körner zweimal am Tag, morgens und abends, bis sie nach deinen Wünschen gewachsen sind. Normalerweise lasse ich Quinoa nur für einen Tag keimen (Körner über Nacht einweichen – am nächsten Morgen abtropfen + sprießen – am selben Abend roh oder gekocht essen), während Buchweizen und Weizen in der Regel 2-3 Tage zum Keimen braucht.

Eine kleine Anmerkung zu Buchweizen. Es ist nicht notwendig, Buchweizengrütze über Nacht einweichen, da reichen 2-4 Stunden. Stelle sicher, dass du die getränkte Grütze gut abspülst und abtropfen lässt, da sie nach dem Einweichen sehr schleimig wird, aber das ist NORMAL!

Je kleiner, desto gesünder

Man kann sagen je kleiner ein Getreidekorn ist, umso mehr Mineralstoffe enthält es und umso geringer ist der Anteil an säurebildendem Eiweiß darin. So sind Hirse, Braunhirse, Amaranth und Quinoa deutlich weniger säurebildend als etwa Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer und Reis. Zudem sind vor allem Amaranth und Quinoa gut verträglich, da sie gutenfrei sind. Grundsätzlich gilt, dass in gekeimter Form alle Getreidesorten zu Basenbildern werden, da beim Keimen die enthaltenen Proteine in leichter verwertbare Aminosäuren umgewandelt werden.

Samen keimen

Samen wie Brokkolisamen, Sonnenblumenkerne, Senfkörner, Luzerne und Rettich können auch nach den gleichen Anweisungen wie Hülsenfrüchte gekeimt werden. Achte immer darauf, dass das Keimglas nicht zu voll ist.  Am Anfang habe ich häufig zu viele Samen in das Glas gegeben und das Volumen der gekeimten Samen unterschätzt.

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Radieschensprossen

Hier noch mal zusammenfassend 6 Tipps fürs Ziehen von Sprossen

-Samen waschen und je nach Sorte bis zu zwölf Stunden in handwarmem Wasser  einweichen.

-Eingeweichte Samen mit klarem Wasser abspülen. Dann gleichmäßig im Keimgerät verteilen.

-Manche Sorten keimen lieber im Dunkeln, andere bevorzugen Licht.

-Direkte Sonneneinstrahlung tut keiner Sprosse gut, dafür aber Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius.

-Zweimal täglich mögen die Keime eine kurze Dusche.

-Rettich- oder Radieschensamen zwischen andere Samen gestreut, verhindern mit ihren antibakteriellen Wirkstoffen die Schimmelbildung.

Du siehst die Auswahl an Keimen zum Sprossen ist vielfältig und der Aufwand ist im Vergleich zu dem Nutzen sehr gering. Für Anfänger eignen sich besonders Alfalfa, Rettich, Radieschen, Mungobohnen oder Linsen. Da ist der Erfolg am sichersten.

Probiere doch gleich einmal deine selbstgekeimten oder auch gekauften Sprossen in diesem lecker, leichten Frühlingssalat mit Sprossen, der Süßkartoffel-Spinat-Suppe mit Apfel oder der frühlings-frischen Rettich-Radieschen-Suppe mit schwarzem Sesam und Sprossen aus.

 

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